Fassenacht - Von Masken. Und Vorräten.

Fastnacht - Fasching - Carneval.

Vorfasten. Gegenwelt. Masken. Dämonen. Farben und Flitter. Fruchtbarkeit.

Wahrscheinlich wurzeln unsere Gewohnheiten sowohl in den römischen Lupercalia,
in Umzügen zu Ehren der Proserpina/Persephone und spätwinterlichen Bräuchen.

Blütenzweig und Rute werden eins. Spass und Schmerz liegen nah beieinander.
Das Jahr braucht Ansporn, soll es fruchtbar sein.

Verschiedene Ebenen formen den Mummenschanz.

Die Ballsaison. Die Masken der Commedia dell Arte. Die Feste mittelalterlicher Gilden.
Die Verhonepiepelung der Preussen mit ihrem Gardemaß, (das die Ranzengarde als Bauchumfang nimmt).
Die napoleonischen Besatzer in Mainz und Köln mit ihren Sitzungen, Garden, Kommittees (und ihrem Egalite, Liberte, Fraternite).
Die Bilder der kolonialen Welt. Ihre Vorstellungen von fernen Ländern.

Und die Notwendigkeit des Fastens.

Vorräte wurden rar und ranzig. Fett, Fleisch und Eier wurden aufgebraucht. 
Was lag da näher, als zu braten und zu sieden, Würste auszugeben, im Schmalz zu backen, eh der Vorrat umging.

Wein wurde außerhalb der Messe und der gebotenen klösterlichen Gastfreundschaft tabu.
Da Fasten im Flüssigen nicht zu brechen war, brauten die Klöster und Güter starkes, stärkendes Bier und schenkten es im Fasching, 'Fast-Schank', aus.

40 Tage währte das Fasten. Irgendwann entschloss sich die Kirche, Fastensonntage aus dieser Zeit herauszunehmen.

'Herren-Fastnacht' fand daher eine Woche früher statt als 'Bauern-Fastnacht',
an der die reformierten Gebiete rund um Basel mit ihrem Morgenstreich festhalten.

Französische Bräuche wurden in Kolonien der Karibik und Südstaaten der USA, vor allem nach Lousiana und New Orleans, exportiert.
Dort mischten sie sich mit der westafrikanischen Kultur der verschleppten Sklaven,
in Vorstellung und Götterwelt nah der Kultur des antiken Mittelmeers.

Antike Götter wurden Saintes im Voodoo, ihre Feier ging ein in die Gegenwelt des Mardis Gras, des Fetten Dienstag,
prägte Cajun und Creole.