Zeiten

Kreislauf. Wandel. Veränderung.

Lauf der Gestirne. Änderndes Licht.  Sinken und Steigen.

Ruhen. Blühen. Reifen. Fallen. 

Jahresringe. Schreiten. Zeit.  

November - Samhain - Sommers Ende

No sun - no moon!
No morn - no noon -
No dawn - no dusk - no proper time of day.

No warmth, no cheerfulness, no healthful ease,
No comfortable feel in any member -
No shade, no shine, no butterflies, no bees,
No fruits, no flowers, no leaves, no birds! - November!

Thomas Bloom


All Hallows'

Am Vorabend von Allerheiligen, All Hallow's Eve, Hallowe'en,
enden gaelisches Jahr und helle Jahreszeit, Sam.

 

Sommer endet - Samhain (saw-wen) .

Das Jahr beginnt im Dunkeln. Wie der Tag.

Überlieferung stellt für helles Sam und dunkles Gam
Bride, Sonnenmädchen, und Caileigh, Winterherrin, gegenüber.

Caileigh verwandt sind Frau Holle, griechische Hekate und unerbittliche indische Kali.

Draußen bedeckt Caileigh das Land mit Kälte, Reif, Frost und später Schnee,
konfrontiert drinnen mit Unausweichlichem. 

Für die Kelten öffnete der Vorabend von Halloween Schranken zwischen den Welten. 
Verstorbene des vergangenen Jahres verließen die Welt, um nach Westen zu gehen. 
Ahnen kehrten zurück, nach dem Rechten zu schauen.

Kerzen, gedeckte Tische und Gastmähler zu ihren Ehren hießen sie willkommen.

Vorstellung und Fest waren so machtvoll,
dass die Kirche von Rom im steten Austausch mit gallischen Gebieten,
pragmatisch das vergleichbare, im Mai gefeierte Allerheiligen und Allerseelen 
auf den Termin legte, es zu zähmen.

Wer in christlicher Zeit zur Kirche ging, der Ahnen zu gedenken, erhielt Wegzehrung auf den Weg.

Besondere Speisen, im Süden süßes, reiches 'Pan dei Morti', im Norden helle 'Seelen'-Brote.
So gut, dass sie bis heute das ganze Jahr in den Bäckereien zu kriegen sind.

Zu Allerseelen besuchte und segnete man Gräber, ass und feierte erneut. 
Gemeinsam mit aztekischen Traditionen entstand so in Südamerika Dia de Muertos.

Man verabschiedete und segnete die Ahnen.
Denn alle waren heimgekehrt.


'You are going home to your home of winter,
to your home of autumn, of spring and of summer;
You are going home to the Land of the Living,
to the restful haven of the waveless sea.

Peace of the Seven Lights be upon you, beloved,
Peace of the Seven Joys be upon you, beloved,
Peace of the Seven Loves be upon you, beloved,

On the breast of the Mother of Blessings
In the arms of the Father of Peace.'


Irischer Totensegen - Mara Freeman

2015 Herbstabsichten - Fall Intentions

Zuhause

Ordnen & Einkehren - Sichten & Sortieren - Licht & Wärme - Dämmen & Gemütlich machen 

Garten

Ernten & Ordnen - Einlagern & Aufbrauchen - Aufräumen & Bereitmachen - Bodenpflege & Winterschutz - Schuppen & Hütte sichten und sortieren. 

Herbstkost - Kraut - Vitamine 

Draußen

Sonne tanken. Blätter schauen. Das Jahr verabschieden.

 

September - Herbstanfang - Mabon

Es ist spät im September. Der Sommer hielt lange an. Ferien waren spät zu Ende.
Die vergangenen Wochen waren arbeitsreich.

Zum Fest der Hildegard von Bingen wendet sich unser Jahr. Die große Arbeit des Sommers ist getan.

Der Garten will geerntet und vorbereitet werden. Die Tage sind noch warm.
Die Abende bringen Decken und Gespräche über das Anheizen.

Wärme und Licht werden wieder wichtig. Ersetzen Kühle, Frische und Schatten der Sommerzeit.

Die Ernte wird eingefahren. Man erwägt das Jahr. Die großen Erntefeste werden abgehalten.

In der Antike feierten um diese Zeit die Kelten das Erntefest Mabon.
Die Mysterien von Eleusis erzählten von Demeter und Kore, Erde und Natur, Tod und Wiedergeburt.

Das Jahr reift

Um diese Zeit beginnen die großen Ernte- und Zahltage.
Am 29. September liegt Michaelmas, das Erzengelfest, der Michaelstag. 

Der 'Prinz der Engel', der der jüdisch-christlichen Legende nach mit dem Ruf 'Wer ist wie Gott?',
der sein Name werden sollte, den Versucher überwand, hält die Waage.

Das Tierkreiszeichen der Tagundnachtgleiche im Herbst. 

Für kurze Zeit sind Licht und Dunkel in Balance.
Das Jahr will erwogen, will bewertet werden, bevor es eintaucht in die dunkle Jahreszeit.

Herbst.

Zeit des Abschieds. Zeit des Aufbruchs. Zeit der Ernte.

   
 

August!

 

'Der achte Monat gleicht einem großem Fürsten in seiner Kraft,
hält alles in Fülle in seiner Macht.

Zeigt sich froh, brennt vom Sonnenfieber,
hat aber auch Tau und gewisse Kälte.

Ist fürchterlich in seinen Stürmen,
da Sonne schon herab in niedrigere Gefilde steigt.

Hände zeigen seine Art.

Vollbringen viele Taten,
haben so Macht des ganzen Körpers in sich,
wie der Monat groß an Kräften ist.

Was sie können, ziehen sie an sich, horten es.
So wird der Mensch seines Handwerks wegen oft gelobt.

Wie der Monat große Kraft besitzt,
erfährt der Mensch mit Geschmack im Mund
die Kraft dessen, das ihn stärkt.

Erkennt es vollkommener als mit anderen Sinnen,
eignet es bewusst an.

Froh macht ihn Geschmack.

Er entscheidet weise,
verbindet Kalt und Warm zu seinem Wohl,
wie dieser Monat Sonnenbrand und Taues Kühle in sich trägt.'

Hildegard von Bingen
Liber Divinorum Operum, Buch der Göttlichen Werke, Vom Jahreskreis

 

Jahreszeiten - Sommer

Lange Abende. Lange Tage.

Hohe Zeit. Frucht & Fülle.
Hitze & Schatten. Brand & Kühle. 

Farben & Licht.

Seite 2 von 4